Chronik des Gesangvereins „Eintracht“ 1869 Watzenborn-Steinberg e.V.

Am 1. Dezember 1869 gründen sangesfreudige junge Männer im Alter von 16 bis 35 Jahren den Männergesangverein Eintracht in Watzenborn-Steinberg, dem heutigen Stadtteil von Pohlheim, nachdem bereits ein Jahr zuvor der MGV-Germania in unserem Ort gegründet wurde. Die eigentliche Triebfeder zu diesen Vereinsgründungen ist der allgemeine Trend und die Aufmunterung der Dichter dieser Zeit, das deutsche Lied zu hegen und zu pflegen. So schrieb ein schwäbischer Dichter:

Singe, wem Gesang gegeben, in dem deutschen Dichterwald,
da ist Freude, da ist Leben, wenn‘s von allen Zweigen schallt.

Daneben soll auch, so steht es in den ersten Statuten der „Eintracht“, der Kirchengesang verbessert und die Geselligkeit gefördert werden. In den folgenden Jahren wurden noch die Männergesangvereine „Sängerkranz“ (1876), „Jugendfreund (1888) und „Harmonie (1906) in dem damals knapp 1500 Einwohner zählenden Watzenborn-Steinberg gegründet. Dies führt dazu, dass der Ort bald als das „singende Dorf“ weit über die Grenzen Hessens bekannt wurde, welches heute auf die „Singende Stadt Pohlheim“ übertragen wurde.

Die ersten Übungsstunden der „Eintracht“ standen unter der Leitung eines mit besonderen Gesangsgaben ausgestatteten hiesigen Einwohners namens Jacob Happel. Als Übungslokal dient das Wohnzimmer des Gasthauses „Grüner Baum“. Noch heute ist der „Grüne Baum“ Vereinslokal und „Heimstatt“ der „Eintracht“. Das erste Mitgliederverzeichnis weist einen Bestand von 62 Mitgliedern auf, 54 aktive Sänger, 6 passive und 2 Ehrenmitglieder. Das Jahr 1870 bringt mit dem Ausbruch des Krieges 1870/71 durch die Einberufung vieler junger Sänger einen Stillstand im Vereinsleben des gerade erst gegründeten Vereines. Jacob Happel, der eigentliche Begründer der „Eintracht“, kehrt nicht mehr aus dem Krieg zurück.

Nach Kriegsende übernimmt Lehrer Hotz die Leitung und führt den Verein zu seiner ersten Blüte. Um das bereits erreichte Können unter Beweis zu stellen, werden Sängerfeste in der näheren Umgebung besucht und eigene abgehalten. Für die Probenarbeit werden ein Flügel und eine Notentafel erworben. Eine alte Fahne wird zur Vereinsfahne umgearbeitet. Für die Beleuchtung abendlicher Auftritte werden 6 Laternen angeschafft. Im Jahre 1876 tritt der Verein dem „Wetterauer Sängerbund“ bei und richtet 1881 dessen Bundesfest aus.

Ab 1900

Zum Anlass des 33. Stiftungsfestes, welches 1902 festlich begangen wird, wird eine neue Vereinsfahne geweiht. Georg Burger, der 1908 die musikalische Leitung der „Eintracht“ übernimmt, versteht es, die gesanglichen Leistungen soweit heranzubilden, dass 1910 der erste Gesangswettstreit besucht werden kann.

Im Jahr 1911 beschließen die jungen Männer im Verein, eine eigene Burschenschaft mit dem Namen „Burschenschaft-Club-Fröhlichkeit“ zu gründen. 1912 richtet unser Verein den ersten eigenen Wettstreit mit gutem Erfolg aus.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Juli 1914 macht allem Vereinsleben ein jähes Ende. Die meisten Sänger mussten Kriegsdienst leisten. Elf von ihnen kehren nicht mehr zurück. Nach Kriegsende 1918 kommt die Vereinstätigkeit nur langsam wieder in Gang.

Ab 1926

Mit der Übernahme der Stabführung des weit bekannten Dirigenten Georg Harnisch im Jahre 1926 beginnt für den Verein eine neue Entwicklungsstufe. Der Chor hat bald die Zahl von 80 aktiven Sängern überschritten. Auf den zahlreich besuchten Gesangswettstreiten werden in der obersten Klasse beste Platzierungen erreicht. Auf den Bundesfesten des „Lahntal-Sängerbundes“, zu dem die „Eintracht“ 1928 übergewechselt ist, erhält der Verein sehr gute bis hervorragende Kritiken. Viel beachtete Chorkonzerte werden abgehalten. Die erstmalige Mitwirkung in der Stunde des Chorgesangs bei Radio Frankfurt und die erste Konzertreise nach Wöbbel im Teutoburger Wald sollen folgen. 1937 nimmt eine Abordnung des Vereins am 12. Deutschen Sängerbundesfest in Breslau teil.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 beginnt für die Vereine eine schwere Zeit. Verschmelzungen, Auflösung von Vereinen und Sängerbünden sind an der Tagesordnung. Auch die „Eintracht“ soll ihrer Eigenständigkeit beraubt werden, was aber am hartnäckigen Widerstand der Sänger scheitert. Der Lahntal-Sängerbund wird aufgelöst und durch den Sängerkreis Gießen im Sängergau Hessen-Darmstadt ersetzt. Gesangswettstreite werden verboten. An ihrer Stelle werden Wertungssingen durchgeführt.

Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 muss die Sängertätigkeit wiederum eingestellt werden, weil 52 Sänger, wie einem Protokoll von 1942 zu entnehmen ist, zum Kriegsdienst einberufen waren. 19 von ihnen zählen zu den Opfern dieses unseligen Krieges.

Ab 1945

Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches im Jahre 1945 ist unser Verein einer der ersten, der mit der Probenarbeit beginnen kann. Wenn auch zunächst die Sängerzahl sehr klein ist, -19 Sänger sind gefallen oder vermisst, andere befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft, so kann doch in sehr kurzer Zeit schon das erste Konzert gegeben werden.

Zu einem der schönsten und unvergessenen Jubiläumsfeste mit Gesangswettstreit wird das 80-jährige Bestehen der „Eintracht“ im Juni 1949. Von schönem Sommerwetter begünstigt und zum ersten Male nach schwerer Kriegs- und Nachkriegszeit gibt es frei käufliche Speisen und Getränke, ohne dass dafür Verpflegungsmarken abgegeben werden müssen. So schreibt der Chronist: „Ein Fest, wie nach Art und Umfang bisher in unserem Dorfe noch kein Fest gefeiert wurde“.

Mit Rücksicht auf sein hohes Alter übergibt 1951 Chormeister Georg Harnisch den Dirigentenstab an Heinrich Schmandt, einen aktiven Sänger aus den eigenen Reihen. Unter seiner Leitung konnte die hohe gesangliche Entwicklung nicht nur gehalten, sondern noch ausgebaut werden. Es wäre müßig, die vielen hervorragenden Erfolge einzeln aufzuzählen, die die „Eintracht“ unter seiner Stabführung bei Gesangswettstreiten, Wertungssingen, Konzerten, Rundfunksingen und einer Konzertreise in die Schweiz errungen hat. Ein Teil dieses Erfolges ist sicher auch auf die Auswahl guter Chorliteratur zurückzuführen, die in 22-jähriger Zusammenarbeit einstudiert wurde und zum Teil heute noch Verwendung findet.

100 Jahre Eintracht 1969

Bei der Übergabe der Chorleitung an Johannes Gustav im Jahre 1973 zählt die „Eintracht“ ca. 100 Sänger. Unter seiner Leitung wird eine noch stärkere Betonung auf die musikpädagogische Seite des Chorgesangs gelegt, was sich auf die Liedauswahl und die Art der Durchführung von musikalischen Veranstaltungen auswirkt. Konzerte, Konzertreisen, Rundfunksingen und die Teilnahme an Chorwettbewerben bilden die Schwerpunkte der folgenden Jahre.

Im November 1977 kann für die musikalische Leitung Musikdirektor F.D.B. Hans Weiß, ein weit bekannter Chorleiter und Komponist, gewonnen werden. Mit ihm wird es nun möglich, anspruchsvollste und schwierigste Chorliteratur einzustudieren, wie sie von einem großen Laienchor gerade noch bewältigt werden kann. Entsprechend groß sind auch die Erfolge bei vielen Gesangswettbewerben in den nun folgenden Jahren. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg ist auch den Solisten zuzuschreiben, über die der Verein in seinen Reihen verfügt.

Stellvertretend für die vielen erfolgreichen Veranstaltungen, die die „Eintracht“ in den nun folgenden 17 Jahren mit ihrem Chorleiter Hans Weiß abgehalten hat, sollen hier einige wenige genannt werden: 1978 Konzert in Siegen, 1981 Konzertreise nach Berlin, 1982 Rundfunkaufnahme im großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks, 1983 Konzert mit der weltbekannten Kammersängerin Anneliese Rothenberger (auf der Bühne stehen erstmals über 100 Sänger), 1984 Konzertreise nach Pardubice/CSSR, 1986 Konzert mit dem CKD-Chor aus Prag/CSSR, 1986 Konzert mit dem weltbekannten Kammersänger René Kollo, 1988 Konzert mit dem Budapester Universitätschor, 1990 Konzertreise nach Budapest/Ungarn, 1991 Gemeinschaftskonzert aller Weiß-Chöre (auf der Bühne stehen über 400 Sänger) zusammen mit dem Orchester der Budapester Chorgemeinschaft in der „Alten Oper“ zu Frankfurt am Main.

Ab 1994

Das Jahr 1994 stand wiederum ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Männergesangvereins „Eintracht“ 1869 Watzenborn-Steinberg. Zum Ende dieses Jahres wird Hans Weiß, der den Verein zu großen Leistungen geführt hat, in den wohlverdienten Ruhestand gehen. An seiner Stelle wird dann Hubertus Weimer, ein junger, begabter und schon erfolgreicher Chorleiter, die musikalische Leitung übernehmen.

Bis 2011 trainiert Hubertus Weimer den Männerchor und führt dabei die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger weiter. Unter dem Dirigat von Hubertus Weimer besuchte der Chor zusammen mit 250 „Fans“ aus der mittelhessischen Heimat 1995   die Westküste der USA und unvergessliche Konzerte mit dem Niagara Men Choir und in Las Vegas konnten neben unvergesslichen Natureindrücken in die Vereinschronik übernommen werden.

Weitere Konzertreisen führten 1998 nach Italien, 2001 nach Kanada, die Ostküste der USA bis New York.

Zusammen mit Hubertus Weimer ging es dann auch in das Jubiläumsjahr 1999. Die Ausrichtung des internationalen „Mendelssohn-Chorfestival“ wurde zum 130-jährigen Bestehen zu einem weiteren Höhepunkt der Vereinsgeschichte. 86 Chöre aus 19 Nationen konnten die Eintracht-Verantwortlichen als Ausrichter in ihrem Geburtstagsjahr begrüßen. Eine unvergleichliche Fülle an Farben, Melodien und Kulturen bereicherte die Stadt Pohlheim während dieses großartigen viertägigen Festivals.

Gemeinsame Weihnachtskonzerte, die besonders im Rückblick einen noch höheren Stellenwert einnehmen können, präsentierte die Eintracht in den Jahren ab 1998 fast jährlich in den Kirchen des Kreises und der Stadt Gießen.

Kinderchor-Jugendchor-gemischter Chor

Nach dem in den Jahren 1975 – 1985 immer mal wieder Vereins Kinder zu besonderen Anlässen einen Chor bildeten und die Herzen der Menschen erfreuten, wurde in dieser Zeit der „Jugendmusik-Förderkreis“ gegründet, dem sich zu Beginn alle Pohlheimer Gesangverein anschlossen um gemeinsam mit der Adolf-Reichwein-Schule das gemeinsame Singen mit Kindern und Jugendlichen zu fördern. Nachdem sich aber in den damals 13 Pohlheimer Gesangverein der erhoffte Erfolg, die „automatische Zuführung von Jungsängern“ nicht einstellte, verabschiedeten sich die Gesangverein peu à peu aus dem Förderkreis, sodass dieser 2XXX aufgelöst wurde.

Ab 2002

Bereits seit 1997 verspürte Man(n), dass sich hinter und um das „Männerchor-Singen“, still und leise immer mehr Frauen in Organisation, Dekoration, Catering und Feierstunden aktiv waren. Beim Weihnachtskonzert 2000 in St. Martin, zeigten sie erstmals der Öffentlichkeit, dass sie nicht nur schaffen, sondern auch singen können! Mit einigen jungen Sängern traten sie erstmals als gemischter Chor auf, wobei sie von Hubertus Weimer vorbereitet und trainiert und vom Stimmbildner der Limburger Domsingknaben, Willi Gries, dirigiert wurden.

Bereits zwei Jahre später, am 28. September 2002 startete dann das Chorprojekt „Junger gemischter Chor“, die „Chorifeen“, mit 26 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Dirigent Daniel Sans. Dass sie bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im großen Weihnachtskonzert am 17. Dezember 2002 in der Volkshalle vom heute weltweit bekannten Pianisten Martin Stadtfeld am Flügel begleitet wurden, erfüllt den Chor noch heute mit Stolz.

Motiviert von der „Chorifeen-Gründung“ machte sich noch im gleichen Jahr der Männerchor, erstmals ohne Frauen, auf eine dreitägige Konzertreise nach Thüringen und Sachsen. Auf dieser Städtetour im Oktober 2002 durch Erfurt, Hohenmölsen, Weimar und Leipzig wurden Konzerte im Erfurter Dom, in Hohenmölsen, der Leipziger Propstei und -Nikolaikirche gegeben. Jedoch der Spontanauftritt im Abendprogramm der Leipziger Pfeffermühle (Kabarett) ist mit Worten nicht zu beschreiben.

Im Jahr 2003 holte unser Männerchor mit Hubertus Weimar das langersehnte „Double“. Im badischen Horrenberg bei Heilbronn und in Beerfelden im Odenwald er sang unser MC jeweils alle ersten Preise in der großen Männerchorklasse inklusive Tageshöchstpreis.

„135 Jahre Singen in Eintracht“ war das Leitmotiv im Jubiläumsjahr 2004. Mit Engagement und Power wurde im Traditionsverein „MGV Eintracht 1869 Watzenborn- Steinberg“ das „M“ entfernt, Bewährtes verfeinert und Neues geschaffen. So wurde aus dem „MGV“ der „GV-Eintracht“, die Managementstruktur optimiert, das gemischte Ensemble „Chorifeen“ gegründet, der Seniorenstammtisch 66+, die kinderpädagogischen Aktivitäten „3+“ und die Jugendarbeit „13+“ in der Vereinsstruktur festgeschrieben. Leider wurden die Projekte „3+“ und „13+“ mangels Betreuungspersonal sieben Jahre später wieder beendet.

Im Jubiläumsjahr 2004   errang der Eintracht-Männerchor mit seinem musikalischen Leiter Hubertus Weimer in der großen Männerchorklasse beim Internationalen Chorfestival in Grado/Italien sein erstes Internationales Gold-Diplom, die für Laienchöre höchste Auszeichnung. Der 135. Vereinsgeburtstag wurde in kleinem Rahmen im Herbst in der Volkshalle gefeiert.

Zu einem Tag des Dankes, für die vielen Benefizkonzert, hatte unser Ehrenmitglied und hessische Innenminister, Volker Bouffier den Männerchor im September 2005 eingeladen. Nach einer Besichtigung des Frankfurter Flughafens, gab es eine „Schlender-Weinprobe“ durch die Katakomben von Kloster Eberbach und zum Abschluss ein grandioses Abendessen, an dem auch Bouffier teilnahm. Musikalisch wurden wir auf dieser Reise von unserem damaligen Vizechorleiter Volker Purdak dirigiert.

2006 erreichte der Männerchor in Riva del Garda/Italien erneut ein Golddiplom in der Großen Männerchorklasse.

Dabei erlebten aber auch die „Chorifeen“ einen besonderen Höhepunkt, als sie bei ihrer ersten Auslandskonzertreise hier in Riva del Garda im internationalen Auftaktkonzert, im Auditorium „Chiesa San Giuseppe“, im Eröffnungskonzert auftreten durften.

Nicht drei, fünf oder 10, nein sogar 101 Tenöre suchten der GV Eintracht und die deutschlandweit bekannte A Cappella-Gruppe „6-Zylinder“ im September 2006. Das Konzert „101 Tenöre“, bei dem unser Chor von über 20 Sängern aus dem Umland verstärkt wurden, riss die Zuhörer zu wahren Jubelstürmen in der ausverkauften Volkshalle hin.

Ein besonderes Konzert zum Muttertag servierte der Männerchor mit dem Startenor Johannes Kalpers im Mai in der Volkshalle. Und im Sommer war der Männerchor beim Internationalen Festival in Wernigerode aktiv und errang neben dem Golddiplom die höchste Punktzahl aller deutschen Chöre!

Parallel und meist im Schatten etwas wahrgenommen, mauserten sich die Chorifeen mit Ihrem Chorleiter Stefan Spielberger, zu einem immer stärkeren gemischten Chor von bis zu 40 Sängerinnen und Sängern. Dies ermutigte sie auch in den Wettbewerben Oppershofen (2006), Ettingshausen und Horbach (2007) sowie Hofolpe (2008) teilzunehmen.

Ein weiteres Mal „Neuland“ betraten die Eintracht-Aktiven des Männerchores im August 2008 mit einem Open-Air-Konzert, das gemeinsam mit den „Drei Stimmen“ – „Auf der Brücke“ veranstaltet wurde. Die „Drei Stimmen waren vom Background der Sänger derart angetan, dass die chorische Untermalung der gemeinsam vorgetragenen Stücke im nahe gelegenen Tonstudio in Langgöns auf CD verewigt wurde und seitdem auf den Konzerten zu hören ist.

Im Dezember 2008 kam es bei den Chorifeen zu einem Chorleiterwechsel. Nach sieben erfolgreichen Jahren der „Gründerzeit“ verabschiedete sich Stefan Spielberger und Torsten Schön übernahm ab 2009 den Dirigentenstab. Nachdem sich die Chorifeen in ihrer noch jungen Geschichte bei Wettbewerben, Beratungssingen und Konzerten bereits bewährt hatten, waren sie beim Open-Air-Konzert „Queen & more“ mit der Tom-Pfeiffer-Band der Background-Chor des Abends. Ein besonderes Erlebnis, in der zu dieser Zeit noch weitgehend konservativen Chorszene.

Zusammen mit dem Johann-Strauß-Orchester Frankfurt, dem lyrischen Tenor Klaus Durstwitz und unseren beiden Chören feierten wir 2009 einen grandioses Jubiläumskonzert in der Volkshalle mit über 500 Besuchern im ausverkauften Hans-Weiß-Saal. Ein besonders unvergessener und emotionaler Moment war, als die Besucher aufstanden und zur Orchestermusik in den Gängen und vor der Bühne begannen zu tanzen.

Ab 2010

Im Juni 2010 verabschiedete sich Hubertus Weimer nach 16 Jahren als Chorleiter bei der Eintracht. Im September des gleichen Jahres übernahm dann auch beim Männerchor Torsten Schön das Dirigat.

Am 12. November 2010 kam der Männerchor zu ganz besonderen Ehren. Denn nach der Wahl zum hessischen Ministerpräsidenten, hatte unser Ehrenmitglied Volker Bouffier, unseren Chor in die hessische Staatskanzlei nach Wiesbaden zu einem Empfang eingeladen. Diese besondere Einladung haben wir natürlich Dank unserem Solisten Gerhard Achsenberger musikalisch unvergessen umrahmt. Übrigens, dirigiert uns dabei unser heutige Chorleiter Dieter Schäfer in Vertretung.

Bei den Chorifeen war im März „Deutschlandradio“ zu Gast und macht Rundfunkaufnahmen, die am 26. März in der Sendereihe „Chor der Woche“ gesendet wurde. Im Oktober nahmen die Chorifeen am internationalen „Robert-Schuman-Wettbewerb“ in Zwickau teil und er sang dort ihr erstes Silberdiplom.

Eine Ära geht zu Ende

Mit der Teilnahme am Nationalen Chorwettbewerb 2012 in Freigericht-Somborn verabschiedete sich der Männerchor nach über 100 Jahren aus dem „Wettstreitsingen“. Auf Grund der Altersstruktur hatte man sich für diesen Schritt entschieden. Von nun an sollte der Schwerpunkt auf Konzertauftritte gelegt werden, welche dann auch in der Folge den Terminplan füllten.

Dazu passten dann auch die „Massenchor-Singen“ 2011 und 2013 beim Wiesnfest auf der „Mockswiese“ an dem jeweils 800 Sängerinnen und Sänger aus Pohlheimer Vereinen und Schulen.

Der zehnjährige Geburtstag der Chorifeen wurde im Oktober 2012 mit einem Konzert unter der Mitwirkung der Chöre „GoSpirit“-Heuchelheim, Teutonia Nordeck, „Al Dente“-Lich, und „Vokale“ Sängerkranz in der Volkshalle gefeiert.

Während bei der Landesgartenschau 2014 in Gießen, beide Eintracht-Chöre auf der Bühne standen, vertraten nur die Chorifeen die Vereinsfarben beim Chorwettstreit in Hüttenberg erfolgreich mit dem 2. Klassenpreis.

Das kleine 145. Geburtstagsjahr wurde mit einem grünenden Weihnachtskonzert in der Watzenborn-Steinberger Christuskirche abgerundet. Hierbei wirkten mit dem Frauenchor „Cantabile“ aus Birkenbringhausen, die Sopranistin Sybille Plocher, der Organist Jens Amend, und die zwei Eintracht Chöre die im Finale erstmals mit 67 Sängerinnen und Sängern als „Mix-Dur“ die Besucher erfreuten.

Auf der Domplatzbühne in Wetzlar erfreuten im Juni 2015 beide Chöre die vielen Zuhörer beim Chorfest „Stadt-Klang-Fluss“.

Im November/Dezember 2015 waren die „Chorifeen“ auf Advent- und Konzertreise in Südschweden on Tour. großartige Auftritte in Kirchen und auf Plätzen mit Dominik Rudolph sind ebenso in Erinnerung wie die beeindruckenden Bauwerke, Landschaften, Malmö, Göteborg, Fährfahrten und die menschlichen Begegnungen.

Auch 2016, 2017 und 2018 war einige los …

Nach 67 Jahren gab es im Eintracht Vereinslokal „Grüner Baum“ mal wieder einen Besitzwechsel, nachdem das Ehepaar Karl und Lotti Sommer im Mai 2016 in den wohlverdienten Ruhestand gingen. Da unsere Chöre in der Übergangszeit bis September ihre Singstunden im Nachbar-Gasthof „Krone“ abhalten konnten, war der Gastwirt Familie Kawira zu verdanken. Dass der dort ansässige GV-Jugendfreund dabei sein Klavier für unsere insgesamt 13 Singstunden zur Verfügung stellte, wäre noch 50 Jahre vorher „unvorstellbar“ gewesen.

Dass bereits im September des gleichen Jahres das Ehepaar Sihem und Nubar Temelci als neue Gastwirt Familie unser Vereinslokal übernommen haben und wir weiterhin unsere so lieb gewonnene Heimstatt „Grüner Baum“ behalten konnten, erfüllt die Eintracht Familie mit großer Dankbarkeit.

Mit dem Chorleiterwechsel im Sommer 2017 von Torsten Schön auf Dieter Schäfer hat sich im Männerchor eine neue Stimmung in Bewegung gesetzt. Bereits im Frühjahr 2018 traten sie beim Wertungssingen des SB-Hüttenberg-Schiffenberg auf und erhielten viel Lob vom Wertungsrichter. Auch die weiteren Auftritte ob bei „Musik & Buffet“, Gottesdiensten und …… machen den Sängern viel Freude und begeistern die Zuhörer.

Bei den Chorifeen kam es an der Jahreswende 2017/2018 ebenfalls zum Chorleiterwechsel von Thorsten Schön zu Karina Kardaschewa. Mit ihr, die am „Tschaikowski Conservatorium“ in Moskau ihr Chorleiterdiplom erworben hat, und in der Kunstscene als „Karina Schwarz“ erfolgreich ist, sind die Chorifeen dabei, den Einstieg in einen neuen Chorsound zu gehen.



Gemischtes und Aktuelles der letzten Jahre:

Vereinsprojekte von Gestern und Heute mit jüngerer Tradition

            Weißbierfest (seit 1994) das Familienfest an Christi Himmelfahrt mit ca. 1.500 Besuchern

            Limeswanderung (seit 2005) erfreuen wir jährlich über 1.000 Wanderer mit Tonleiter und Tonrohr an unserer Station

Gemischter Chor „Chorifeen“ (seit 2002) der Aktivposten und das „Projekt-Rückgrat“ im Verein

Konzertreihe „Musik & Buffet“ die wir seit 2005 durchführen und an der bereits 50 Chöre aus dem Kreisgebiet, dem Hessenland und aus NRW teilgenommen haben.

Das jährliche „Dinner vor V.I.P.“ an dem seit 2002 alljährlich 50-70 Vereinsmitglieder geehrt werden.

Die herzerfrischenden Sitzungen unserer Chorifeen-Frauen an „Altweiber“ im Grünen Baum

Die jährlichen Chorwochenenden zum erlernen neuer Literatur und persönlicher Kontakte.

Vereinsprojekte, fünf Jahre und jünger, also von Heute. Noch ohne Tradition, aber im Trend der Zeit!

„Boy-GROUP 66+“, eine Crew von zehn Männern, die sich aus dem Seniorenstammtisch 66+ entwickelt hat und seit vier Jahren mehrfach im Jahr in sozialen Einrichtungen und Seniorenwohnheim wo sie mit ihrem Gesang, Geschichten und kreativen Spielen die Bewohner erfreuen.

Heimatabende seit 2017 (also auch von Heute, aber mit traditionellen Inhalten).

Bereits im Jahr 2017 war das externe Bürger Engagement bereits überwältigend. Im Jahr 2018 haben wir diese Kulturreihe mit „immer (mal) wieder sonntags“ überschrieben, bei der sich dieser Trend der externen Bürgerbeteiligung fortsetzte. Wir von der Vereinsorganisation brauchten also lediglich die an uns herantretenden Personen mit ihren kulturellen Vorschlägen zu koordinieren und den jeweiligen Themenabenden zuordnen. Auch die Besucher dieser sonntäglichen Veranstaltungen kamen immer mehr aus der Pohlheimer Bürgerschaft und Orten des Kreises.

Open-Air-Konzert: in Altenvers hat unser Männerchor seinen Konzertauftritt mit einem Tagesausflug (incl. Fans) durch das Hinterland mit einem Dünsberg-Besuch und Geschichtsvorträgen kombiniert. 

Pohlheimer Adventsfenster wurde am 6.12.18 musikalisch, kreativ und kulinarisch im Vereinslokal eröffnet!

Spendenaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ bringt in der Chorifeen-Singstunde sechs volle Kartons!

Ausblick:

Projekte, die uns Morgen erwarten und begeistern?

Bis dato verspüren/erkennen wir bei den neueren Projekten einen Bedarf bei den Gästen und Freude bei den Akteuren und Aktiven.

Bei den jüngsten Projekten seit 2015 befinden wir uns noch in der „Gründerphase“, sodass uns hier eine Einschätzung schwerfällt, weil sie von der Euphorie und den Ersterfolgen noch überstrahlt wird.

Durch die Chorleiterwechsel 2017 im Männerchor und 2018 bei den Chorifeen, herrscht hier zurzeit gute Aufbruchstimmung und die neuen Lerntechniken und -Methoden begeistern zudem.

Aufgrund der Corona-Pandemie pausiert der Männerchor momentan – die Chorifeen proben über digital über Zoom-Meetings.