die großen Jungs der kleine gemischte Chor

Dieter Schäfer

Bereits als Kind sang der 1954 in Watzenborn-Steinberg geborene Schäfer im Chor und nahm Klavierunterricht bei Robert Häuser und Hans Krippner. Trotz der musikalisch geprägten Erziehung und der frühen kompositorischen Eingebung machte Dieter Schäfer nicht das Liedermachen zum Beruf, sondern das Unterrichten. Für Schäfer, der nach seinem Abitur an der Herderschule in Gießen dann an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Mathematik und Physik studierte, war die Musik seit jeher ein Betätigungsfeld, dem er sich auf immer mehr Feldern an näherte. Dabei entwickelte er sich zu einem wahren Tausendsassa: ist Texter, Arrangeur, Komponist, Liedermacher, Pianist, Chorleiter und musikalischer Leiter. Mit 15 Jahren holte er die unbenutzte Gitarre seines älteren Bruders aus der Ecke und brachte sich die Griffe bei.

Seit 1971 schreibt und komponiert Schäfer eigene Stücke, wobei sein Stil in der Richtung eines Reinhard Mey, Hannes Wader und Bettina Wegner einzuordnen ist. Mittlerweile hat der Lehrer an der Liebigschule sechs eigene Musicals und fast 400 Lieder mit verträumten, verliebten, lustigen, traurigen, kritischen und Mundarttexten verfasst. Thematisch lässt er sich dabei nicht in eine bestimmte Schublade stecken. In seinen Liedern findet das Thema „Umweltschutz“ ebenso Beachtung wie Zweierbeziehungen oder gesellschaftliche Probleme.

Nach den ersten Eigenkompositionen besuchte Schäfer 1974/75 einen Chorleiterlehrgang des HSB in Frankfurt und trat im September 1975 bei Germania Heuchelheim seine erste Chorleitertätigkeit an. Bis 1979 leitete er den Jugendchor. Und gerade Kinder und Jugendliche haben bei Schäfer einen hohen Stellenwert, denn wenn immer eher von Musik erzählt, kommt er auch auf diese zu sprechen, mit dem er täglich im Mathematikunterricht arbeitet und die einen Teil seines Publikums ausmachen. Da zuckt er die Schultern und sagt enttäuscht: „Die Kinder sind nicht mehr“. Allerdings sind es gerade jene Gesangseinlagen mit denen Schäfer seine Schüler das eine oder andere Mal im Unterricht unterhält. Sowohl an der Augustinerschule in Friedberg als auch an der Anne Frank Schule (AFS) in Linden unterrichtete er auch Musik. Bis zu seinem Wechsel zur Liebigschule im Jahr 2010 leitete er elf Jahre lang die Schulchöre der AFS, rief eine Musical AG ins Leben und feierte sowohl mit, als auch mit der Aufführung seiner selbst komponierten Musicals große Erfolge.

1976 war geprägt durch die Übernahme zahlreicher Chöre. Während er den Liederkranz Dornholzhausen mit Männerchor und Gemischtem Chor sowie seit 2004 auch die „Donkeys“ ebenso wie auch die Gesangsgruppe „Die Mollys“ des Carneval-Verein „Die Mollys“ 1956 Watzenborn-Steinberg bis zum heutigen Tag leitet, hatte er 1976 auch den Männerchor Immergrün Rockenberg (bis 1986) übernommen. In den mittlerweile vier Jahrzehnten seiner Chorleitertätigkeit leitete Schäfer zudem den Frauenchor Immergrün Rockenberg (1981 bis 1986), den „Jungen Chor Steinberg“ (1990 bis 1993), Männerchor und zeitweise auch Kinderchor GV Jugendfreund Watzenborn-Steinberg (1994 bis 1999), Väter-Lehrer-Chor „Oldsmobile“ der Anne-Frank-Schule (2000 bis 2010) und Evangelischer Kirchenchor Watzenborn-Steinberg (2002 bis 2005). Seit 2007 ist Schäfer Leiter des Gemischten Chor und Jungen Chor „Akzente“ des Gesangverein Harmonie Solms-Oberdorf und seit dem 15. August 2017 Chorleiter vom Männerchor des GV Eintracht 1869 Watzenborm-Steinberg e.V.. Seit 1993 ist er darüber hinaus Bundeschorleiter im Sängerbund Hüttenberg-Schiffenberg.

Über all die Jahre hinweg besuchte er regelmäßige Fortbildungen insbesondere im Bereich Stimmbildung. Bei einem Blick auf vier Jahrzehnte sind es auch zahlreiche Erfolge, die in Erinnerung bleiben – wie etwa sechs Fernsehauftritte mit eigenen Faschings-Schlagern mit den „Mollys“, Konzertreisen nach Barcelona, Budapest und Florida sowie gleich mehrmals „alle ersten Preise“ bei Gesangswettstreiten. Aber auch der erste Platz beim Lions-Club-Schulchorwettbewerb und die Teilnahme beim Abschlusskonzert „Schulen in Hessen musizieren“ im Kurhaus Wiesbaden zählen dazu. Nach wie vor ist die Musik für Schäfer nach eigenen Worten „ein schöner Ausgleich zu meiner Hauptberufung als Lehrer für die Fächer Mathematik und Physik“.

Dennoch gibt es auch Grenzen, denn mehr als zweimal pro Woche eine Chorprobe geht nicht, obwohl er diese als aufbauend, belebend und motivierend empfindet. Schäfer ist der beste Beweis dafür, dass Musik vieles bewirkt, berichtete er doch, dass er, wenn er mal erschöpft zu Hause wegfährt, dann stets dann frisch und gut gelaunt zurückkehrt. „Eigentlich müsste ich den Chören etwas bezahlen dafür, dass sie mir zuhören, mir folgen und ihr Bestes geben“, merkt Schäfer schmunzelnd an, um zu versichern, dass es die Chöre und mit ihnen die Menschen sind, die ihm ihr Vertrauen in seine Fähigkeiten schenken, sich führen lassen und nicht ständig Dinge infrage stellen. Zurückzuführen ist dies wohl auch auf seine Grundsätze, denn für Schäfer gehört es einfach dazu „immer die richtige Literatur für meinen Chor parat zu haben, Leistung einfordern, Ziele zu formulieren, aber bei allem nie den Spaß an der Sache zu verlieren“. Aber auch das zu tun, was den Chor und nicht das was ihn selbst weiter bringt, sind ebensolche Grundsätze, die Schäfer pflegt, wie auch, dass ein Ständchen für ein verdientes Chormitglied ebenso wichtig ist wie ein Wettstreit oder ein Konzert.

„Immer wieder neue und interessante Chorliteratur finden oder auch bekannte, altbewährte Stücke noch besser interpretieren“, nennt er als Herausforderung, die er stets mit seinen Chören sucht und pflegt. Dabei ist ihm Bewegung im Chor, das sogenannte „choir in motion“ als Mittel zu einer guten Präsentation von Chorgesang sehr wichtig, wie auch immer ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Sängerinnen und Sänger zu haben. So sind es auch nicht einzelne Auftritte die der Dirigentenjubilar bei einem, Blick zurück hervorhebt, sondern stattdessen auf „unheimlich bewegende Momente beim Musizieren mit Kindern und Jugendlichen bei Auftritten und Konzertreisen, tollen harmonischen Konzerten mit meinen Chören, viele schöne Stunden im Kreise meiner Sangesfreunde und viele gemeinsame Fahrten und Konzertreisen in alle Welt“ nennt.

(Auszüge aus einemem Bericht des Gießener Anzeigers von 08.03.2016)

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